25. April 2012

Dies & das...

In den letzten Tagen war hier wieder einiges los.
Wie man anhand der Kuchenstücke erkennen kann,
hatte eine meiner Töchter Geburtstag. 
Für die Klasse buk ich 2 Bleche blauen Delfin-Zitronenkuchen mit Planktonstreusel. 
Garantiert Delfin- und Planktonfreundlich gebacken;o)


Bevor bei mir jedoch das große Backen anfing, ließ ich mich noch bei Pinterst inspirieren.
Schaut mal hier vorbei....dort gibt es viele schöne Bilder von einem Spruch,
der mir absolut zusagt, und den ich nur zu gut unterschreiben kann.
Meine bunte, unperfekte Version schmückt nun unseren Flur.

Wer nun jedoch denkt:"Bohah,die Line ist voll fleißig!", den muss ich enttäuschen.
Es gibt auch Momente, da schläft mein liebstes Babytöchterlein beim Spielen
ein und gönnt ihrer Mama eine Lesepause. Bücher schaffe ich seit der Geburt von Marlene nicht mehr.
Aber die Nido und die Neon lese ich sehr gerne...dafür reicht die Zeit immer.



Tja,da haben wir schon wieder Mittwoch. Die Zeit rast und rast und rast.
Freitag heiratet mein Bruder, es steht also wieder ein Fest an.
Ich bin nur froh,dass ich diesmal nicht die Gastgeberin bin.
Naja, bei der Bewirtung der Gäste werde ich trotzdem mithelfen.

Bevor ich jetzt aber zum Ende komme,muss ich euch unbedingt noch 2-3 Bilder zeigen.
Als ich meine große Tochter letztens zu den Theaterproben fuhr
(seht ihr sie durch den Essener Regen rennen?), 
begegnete mir auf dem Rückweg ein total verrücktes Auto. Könnt ihr es erkennen?

Da hat der Besitzer glatt ne blonde Schaufensterpuppe in nen Teppich gewickelt,
und gurkt die so auf dem Dachgepäckträger durch die Stadt...tztztz...ich hab nicht schlecht geguckt.

Und dann darf ich voller stolz berichten:

Marlene hat mein Kreativ-Gen !
Ist es nicht hinreißend, wie sie der Mama beim Malen helfen möchte? :0)
Mit ihr die Welt zu begreifen macht riesig Spaß !

Bis bald,
Line



22. April 2012

Bunter BilderBericht # 6...

Es ist mal wieder Sonntag...in Essen ist es sonnig, aber windig und kalt.
Heute blieben wir zu Hause. Einfach nur die Ruhe genießen, keine Gäste,keinen Trubel.
Nebenher ein paar Dinge erledigen, für die ich in der Woche keine Zeit hatte.
❀❀❀

Endlich habe ich es geschafft meine selbstgemachten Ketten zu entwirren und
sie ganz ordentlich an unsere Chippendale Hutablage zu hängen.
❀❀❀

Die letzten Überreste von Ostern wurden eingesammelt.
Wird ja auch langsam Zeit.
❀❀❀

Und wenn man schon mal dabei ist,kann man auch gleich ein wenig aufräumen.
Das ist so typisch für mich...
immer liegen hier irgendwo, irgendwelche Farben von mir herum;o)
❀❀❀

Die neuen Broschen und Ohrstecker hab ich noch rasch im Schmuckkästchen
verstaut.(Eule für Mama, Marini für die Jacke von Marlene.)
Man darf hier NICHTS herumliegen lassen.Die Kirschohrstecker musste ich z.B. schon 
zum 2. Mal kaufen, weil unsere Katzen das letzte Paar ins Katzennirvana verschleppt haben.
❀❀❀


Wie jeden Sonntag wurden die Wäscheberge der Woche weggewaschen.
(Zum Glück haben wir einen riesen Wasch- und Trockenkeller)
Heute waren es drei Maschinen...geht doch noch, oder?
❀❀❀

Und es blieb auch noch Zeit für mein Kreativprojekt.
Ich arbeite daran schon seit Wochen...bin mal gespannt wann ich fertig werde.
Viele Schichten Farbe müssen dafür aufgetragen werden.
Die Bleistiftstriche sind nur Skizzen, also nicht wundern, warum die so krumm sind.
Wenn`s fertig ist, zeig ich`s euch.

Und wie war euer Sonntag?

21. April 2012

Schluss mit Babykram...

...heute ist Vérène, meine "Große" der Mittelpunkt.
Gestern habe ich einige Aufnahmen von ihr gemacht,
und mit ihrer Erlaubnis darf ich sogar welche davon zeigen.


Ihre Geburt dauerte damals 26 Stunden...
Ihr erster lustiger Laut war "Äbräii", (mit engl. Betonung.)
Schmetterlinge nannte sie "Meggerschlinge"
und Zwillinge waren bei ihr "Zwingellinge".
Immer war sie in Bewegung, tobte für ihr Leben gerne.
Mit 12 Monaten konnte sie schon auf eigenen Beinen die
Welt erkunden...und mit 3 Jahren besuchte sie die Tigerentengruppe im Kindergarten.

Tja...so war es, damals.
Damals,1998,als noch nicht jeder ein Handy oder einen Computer hatte.
Facebook gab es nicht, auch keine so große Anzahl an Blogs.
(Wenn es überhaupt welche gab?)
Damals ist gefühlt sooo lange her...und heute ist sie plötzlich
eine so tolle junge Frau geworden.
Mit einer großen Leidenschaft für Musik
und einem unverwechselbaren, genialen Malstil.

Gemeinsam schmieden wir Zukunftspläne,
überlegen schon wo sie ihr erstes Praktikum machen könnte.
(Sie möchte Maskenbildnerin werden)

Ihre Flügel werden immer größer...
...tragen sie immer weiter.

Ja,meine erste Tochter ist bereits eine junge Frau.
Und ich mit 31 eine mitteljunge,oder so...*grins*

Und nun musste ich grade schmunzeln,
denn während ich das hier schreibe (mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut),
 quengelt meine kleine, erst 15 Wochen alte Tochter neben mir.

Noch am Anfang ihres Weges...
Was sich wohl alles verändert haben mag, wenn sie so weit
wie ihre große Schwester ist?
 
Line

19. April 2012

Unsere Bilderwand...

Das große Bild über unserem Sofa musste ja bereits vor einiger Zeit weichen.
Es sah einfach zu wuchtig aus...außerdem konnte ich mich nie entscheiden,
welchen Stoff ich über die Korkplatten ziehen soll. Nichts passte so recht 
zum Rest des Raumes.

Dann wurden erst mal einige Bilderrahmen aufgehübscht.
Teils mit Farbe, teils mit Masking Tape.


Das Bild hat übrigens meine Große gemalt.
Sie schenkte es mir zum Geburtstag...und ich fiel fast vom Hocker,
so sehr habe ich mich darüber gefreut. Es zeigt Marlene und mich als "Mangaversion".

Nun ist es der Mittelpunkt unserer bunten Bilderwand.
Und ein schöner Kontrast zur grauen Couch 
(Grau= pflegeleicht...bei 3 Kindern und 2 Katzen war diese Farbe die beste Lösung)

Hab ich das Klassenfoto nicht super bearbeitet?*G*
Ich kann ja schlecht jeden darauf fragen, ob es erlaubt ist dieses Bild
im Internet zu zeigen...nun ist es für euch halt ein Blümchenbild.

Eigentlich wollte ich gestern noch ein Bild an die Wand nageln,
aber das musste ich dann erst mal auf später verschieben.
Marlene bekam Fieber und fühlte sich dementsprechend.
Als ihre zukünftige Patentante zu Besuch kam, hing sie wie ein Schluck 
Wasser auf dem Schoß. Schlafen wollte sie nicht, dafür war sie viel zu neugierig.
Lieber bei Mama auf dem Arm bleiben und sich knutschen,knuddeln und streicheln lassen...

Ich hoffe sehr, dass es ihr heute besser geht...
Drückt die Daumen,
Line

17. April 2012

Büchsenmilch für Babys ?!?

Neulich blätterte ich in der Leben und Erziehen und fand dort einen spannenden Bericht.
Es geht darum, was sich in den letzten 60 Jahren alles in punkto Leben und Erziehung geändert hat.
Auf der Kommunionsfeier am Sonntag ließ ich die Zeitung mal umher gehen,
und was fand ich heraus?
Als Baby bekam ich Büchsenmilch zu trinken- völlig normal für die 80´er, wie sich heraus stellte.

Schaut mal selber,ich hab euch ein paar Beispiele aufgeschrieben...

Januar 1968
Büchsenmilch - eine einfache und recht sichere Ernährung(wo aus Kostengründen
eine Säuglingspulvermilch nicht in Betracht kommt)
Das Rezept dafür: 1/3 Büchsenmilch,2/3 Wasser,dazu Zuckerund Schleim.

April 1974
Jetzt wird diskutiert,ob der Vater bei der Geburt dabei sein soll.
Dr.Georg Sillo-Seidl:" Die Gebärende wird vielleicht schreien, um  Mitleid bei dem Mann zu erwecken.
Das stößt ihn ab und er läuft aus dem Kreißsaal."

Januar 1974
Im Lehrbuch von 1962 dauert eine Geburt 16 bis 24 Stunden,ab den Presswehen
2 bis 3 Stunden; heute sind es 9 Stunden und 40 Minuten, die Austreibungsperiode
dauert weniger als 18 Minuten.

Februar 1959
Wenn Ihr Kind nachts schreit,weil die Zähne kommen,können Sie ihm 
ein paar Schluck Milch geben.Mit dem Zähneputzen warten,bis das Kind 2 Jahre alt ist,
dann macht es die Eltern nach.

Dezember 1958
Die Mutter versorgt ihr Kind nur mit tadellos sauberen Händen.
Sie bindet sich eine saubere Schürze vor,
es muss nicht unbedingt eine weiße sein.

Januar 1958
Die richtige Temperatur für Babys Badewasser: 35 Grad!

März 2002
Die richtige Temperatur für Babys Badewasser: 37 Grad!

März 1988
Dreijährige haben kaum Aussicht auf einen Platz im Kindergarten,
mancherorts müssen sogar Vierjährigewarten.

Mai 1964
Bei Verbrennungen: bestreichen Sie die verletzte Stelle mit einer Schicht Petroleumgelee
oder Brandsalbe (keine gesalzene Butter!)

Juli 1968
Kinder sollten niemals eingeengt fahren müssen. Am besten ist es,
wenn sie sich ab und zu hinlegen können. Wer einen Kombi fährt, kann das rückwärtige
Abteil mit Luftmatratzen oder Schaumgummi zu einer Art Spielwiese verwandeln.
Dort dürfen die Kleinen bäuchlings oder rücklings mit Puppen und Malstiften hantieren oder schlafen.

Dezember 1967
Muttermilch ist Babys beste Nahrung. Trinkt die Mutter Alkohol in mäßigen Mengen,
etwa ein Glas Wein oder Bier täglich, schadet das dem Säugling nicht.
Rauchen darf sie aber nicht.
Zu jeder Mahlzeit nur eine Brust geben.
Genau alle vier Stunden, also um 6,10,14,18 und 22 Uhr.
Ein kräftiges Kind braucht man nachts nicht zu füttern. Es nimmt keinen Schaden,
wenn es ein paar Stunden schreit. Wohl fühlt es sich dabei allerdings gewiss nicht.

In dem Artikel stehen noch viele weitere Beispiele die einem zum Staunen bringen, wirklich lesenswert!
Besonders für die,die sich wie ich,von ihrer betuchten Schwiegermutter Ratschläge 
in Erziehungsdingen anhören dürfen. (Von wegen "nicht zu viel tragen"..."nicht mit ins Bett nehmen" usw...)
Weil mich das nämlich etwas nervte, legte ich besonders IHR den Artikel ans Herz.
Ich wollte ihr auf diese Weise ganz charmant vermitteln, dass sich die Zeiten und Methoden einfach geändert haben,
und das dass auch gut so ist.

Schaut mal selber rein. *klick*
Viele Grüße,
Line

Quelle: Leben und Erziehen 5/2012



16. April 2012

Kommunionsfeier bei Familie Wunderland

Jetzt ist es hier wieder ruhig im Hause Wunderland.
Ich sitze entspannt am Rechner,neben mir liegt das schlafende Baby
und ich erinnere mich zufrieden an ein kleines aber feines Familienfest.
Gestern wurde die Kommunion vom Pflegetochterkind gefeiert.


Hübsch sah sie aus...ganz stolz trug sie ihr weißes Kleid.
Wusstet ihr, dass die Kommunionskleider früher schwarz waren?
Das habe ich zumindest gestern bei der Messe erfahren.

Im Anschluss gab es natürlich viele schöne Geschenke...
Bücher, Bastelmaterialien aller Art, Kleidung, Naschen,Naschen,Naschen, 
einen neuen Schulranzen mit passendem Federmäppchen,Geldbörse,Turnbeutel...
...und noch ne Menge mehr....
Gebacken hatte ich am Vortag noch einige dieser Minikuchen für die Kinder.
Die knallbunte Zitronenglasur kam besonders bei den Mädchen gut an.
 In dem ganzen Trubel habe ich natürlich vergessen Fotos von der fein gedeckten Tafel zu machen.
Später sah es auf dem Tisch natürlich sehr "belebt" aus ;0)

Dieses Jahr feiern wir ja 3 große kirchliche Feste hier.
Jede Tochter durfte sich deswegen für ihr Fest ihre eigene Farbe für die Tischdeko aussuchen.
Gestern war alles im frischen Grün geschmückt... das nächste Fest wird Rot (Konfirmation),
dann kommt Orange (Taufe).Nagut, für Marlene habe ich natürlich stellvertreten die Farbe gewählt.
 

Für die Mama gab es viele Blumen,was mein Herz ja immer erfreut.
Die Blumen, welche gestern für Dekozwecke ihre Köpfchen hergeben mussten,
schwimmen nun im Wasser umher,wie man auf dem rechten Bild sieht.
Ich wollte sie nicht einfach wegschmeißen...und als Schwimmblümchen sehen sie doch auch toll aus.

So ihr Lieben,Marlenchen ist inzwischen aufgewacht,
wir machen es uns gleich auf der Krabbeldecke bequem.
Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart,
Line

7. April 2012

Pitsche,Pitsche,Patsche...


...wir haben es endlich geschafft unsere Patschehändchen 
auf einer Leinwand zu verewigen.
Für Marlenes Handabdrücke waren sage und schreibe 3 Assistenten nötig !!!
Die Füßchen waren da schon einfacher ;-)


Und weil ich ihre kleinen Händchen so faszinierend finde,
hab ich nochmal ein wenig mit dem Foto
herumexperimentiert. (via FotoApp)

Tja, jetzt stehen die Ostertage vor der Tür,
nächste Woche die Kommunion, ein Kindergeburtstag,
Besuchskontakt, danach die Konfirmation 
mit vielen,vielen Gästen...puhhh....

Es wird hier also in den nächsten Tagen etwas ruhiger werden.

Ich wünsche euch allen eine
herrliche Osterzeit!

Liebe Grüße,
eure Line

5. April 2012

Ich kann doch gar keinen Spagat...

...muss ihn aber trotzdem machen.
Meine 3 Mädchen halten mich momentan ganz schön auf Trab.
BabyTochterkind hat derzeit...sagen wir mal...eine sehr anspruchsvolle Entwicklungsphase.
Sie kann immer mehr,aber noch nicht so viel,wie sie gerne können möchte.
Ich trage sie viel, zeige ihr alles was sie sehen möchte, turne mit ihr auf der Krabbeldecke herum,
Singe,Tanze,Bade...ach,eben die ganze Babypalette;0)
Während ich das alles mache wandern meine Gedanken zu meinen anderen beiden Töchtern.

Das große TochterKind hat seit kurzem ihren ersten Freund.
So richtig ernst, die große Liebe.
Gestern habe ich ihn kennengelernt.
Man war das komisch. Was sollte ich bloß sagen?
Vermitteln wollte ich:" Hey, du bist hier willkommen- aber lass ja die Finger von ihr!"
Ob ich meine Sache gut gemacht habe,weiß ich noch nicht so sicher.
Meine Tochter gab mir später einen Kuss und sagte, dass ich die Beste bin...
was auch immer das bedeuten soll...Ö_ö
Dennoch ist mir leider klar geworden, dass ich demnächst wohl besser einen Termin beim
Frauenarzt machen sollte.
Sicher ist sicher...auch wenn mir die Gedanken daran gar nicht gefallen.
Mein "Baby" ist halt kein Baby mehr...wie konnte das nur passieren? Wo sind die Jahre hin?

Doch wenn ich zu sehr ins Grübeln verfalle, kommt auch schon mein PflegetochterKind.
Bald steht der nächste Besuchskontakt ins Haus.
Wird sie ihn gut verarbeiten können? Oder wird sie wieder auffällig?
Kloppt sie sich wieder mit anderen Kindern?
Kommt sie wieder zu spät nach Hause und lügt bei jeder Kleinigkeit?
Oder bringt sie wieder Dinge mit, die sie angeblich "gefunden" hat??

Ja,manchmal knubbeln sich die Ereignisse hier.
Wie gut dass ich weiß,dass es immer weiter geht, dass auch wieder ruhigere Phasen kommen.
Welche Mutter kennt diese Phasen nicht???


Und wo wir grade bei ruhigeren Phasen sind...mir fiel vor kurzem
ein Bild von mir in die Hände, wo ich tatsächlich richtig tiefenentspannt
und ruhig den Moment genoss...



Auf dem Rand des Wohnzimmertisches hocken und frech die Cola von
Papa schlürfen... jaja...die 80´er ;o))...so entspannt...

Ich glaube, dass werde ich gleich wiederholen.
(Also nur das mit der braunen Blubberbrause.*lach*)
Ab auf die  Krabbeldecke, der kleinen Tochter beim
LuftStrampeln zuschauen und
entspannt den Tag kommen lassen wie er will.

Das alles im Schneidersitz,
denn Spagat ist auf Dauer zu anstrengend...

Liebe Grüße,
eure Line

2. April 2012

Teil 7: Der erste Kontakt



Der erste Kontakt gestaltete sich sehr interessant und spannend zugleich. 
Es ist nämlich nicht so, dass man einfach in das Kinderheim geht, 
dem Kind die Hand schüttelt und sagt:“ Hallo, wir wollen uns mal ganz zwanglos mit dir unterhalten, 
denn vielleicht nehmen wir dich bei uns auf.“
Man kann auch nicht „inkognito“ dort im Heim auftauchen, um das Kind vielleicht ganz unauffällig 
zu beobachten. Nein, so funktioniert das nicht. (Also zumindest nicht in unserer Stadt.)
Die Kinder und Jugendlichen dort wissen nämlich ganz genau was es zu bedeuten hat, 
wenn auf einmal fremder „Besuch“ auftaucht.
Das erste „Beschnuppern“ von unserer Seite aus, musste also sehr gut geplant werden und 
durfte unserer (vielleicht) zukünftigen Pflegetochter gar nicht auffallen.

Was wäre denn, wenn wir plötzlich merken, dass die Chemie gar nicht stimmt? 
Nicht jedes Kind ist einem automatisch sympathisch. Für das Kind wäre das eine weitere Katastrophe.
Wenn es wüsste, dass da potentielle Pflegeeltern kommen um es zu sehen, 
und dann melden die sich nach dem Treffen auf einmal nie wieder? 
Das Kind würde sich erneut abgelehnt oder vielleicht sogar ungeliebt fühlen.
Um das zu vermeiden griff das Jugendamt gemeinsam mit den Heimerziehern in die Trickkiste…


Es war 14:25 Uhr. Natürlich waren mein Mann und ich viel zu früh am vereinbarten Treffpunkt. 
Doch wir hielten es zu Hause einfach nicht länger aus. 
Bereits der Morgen zog sich für uns so zäh wie Kaugummi.
Ich schaute wieder auf die Uhr. Nur zwei Minuten waren vergangen. 14:27 Uhr.
„Ob wir die Beiden wohl erkennen würden?“, fragte ich meinen Mann. „Nicht dass wir sie übersehen und dann verpassen.“ 
„Wie soll man einen Mann mit grüner Hose und einem lila Schal übersehen?“, antwortete er.
Erneut schaute ich seufzend auf die Uhr. 14:28 Uhr.
Grüne Hose und lila Schal. 
Das waren die „Erkennungszeichen“ des Heimerziehers, auf den wir ungeduldig warteten.

Wir saßen am äußersten Tisch einer gut besuchten Eisdiele, inmitten eines kleineren Einkaufszentrums.  Hier waren wir auch mit der Dame vom Pflegekinderdienst verabredet.
Undercover, könnte man sagen, denn unser Treffpunkt war mit Bedacht ausgewählt. 
Genau um 15:00 Uhr würde an unserem Tisch ein Mann mit besagter Bekleidung vorbeischlendern. Gemeinsam mit einem Mädchen. „Unserem Mädchen“.
Wir sollten auf diese unauffällige Weise ein Gespür dafür bekommen,
ob die „Chemie“ zwischen ihr und uns stimmen könnte.

Die Zeit verstrich weiter, von der Sozialarbeiterin war immer noch nichts zu sehen. 
Wir hatten inzwischen Kaffee bestellt und schauten suchend zwischen den Passanten umher.
Und plötzlich stand die Zeit still.
Da war er! Kein Zweifel ! Der Mann mit dem grässlichsten Kleidungsgeschmack aller Zeiten.
„Sind sie das? Na klar! Aber sie sind zu früh! Wo ist die JA Mitarbeiterin?“, schoss es aus mir heraus. 
Doch alle Gedanken wurden schlagartig nebensächlich, als ich auch SIE erblickte. 
Das kleine, zappelige Mädchen.

Wie zuvor besprochen, näherte sich der unmodische Mann 
gemeinsam mit IHR in Richtung unseres Tisches. 
Langsam schlenderten beide an uns vorbei und wir versuchten so unauffällig wie möglich 
das ganze Wesen dieses noch fremden Mädchens zu erfassen.
Kaum an uns vorbei, legten sie einen kurzen Stopp ein und betrachteten die Auslage 
eines Geschäftes in unserer unmittelbaren Nähe.

Sie trug einen Jeansrock mit einer gekringelten Strumpfhose und hampelte etwas herum.  
Immer wieder schaute sie verstohlen zum Verkaufstresen der Eisdiele. 
Bis sich plötzlich, für einen unglaublich kurzen Moment, unsere Blicke trafen. 

Kleine grau- blaue Augen mit einem leichten „Silberblick“. 
Eine freche Stupsnase. 
Eine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen.
Weiche, runde Gesichtszüge. 
Bunte Haarspangen. 

Das war es, was ich mit meinen Augen erkennen konnte, bevor ich nervös meinen Blick senkte.
Und schon war der Augenblick, kurz wie ein Wimpernschlag, vorbei. 
Sie griff zielstrebig nach der Hand des Grünhosenträgers und zog ihn Richtung Tresen und 
gab selbstbewusst ihre Eisbestellung auf. 
Danach gingen sie weiter und verschwanden wieder zwischen den Passanten...

Fortsetzung folgt...

Teil 6: Uns wurde ein Mädchen „vorgestellt“


Nach vielen Monaten stand nun der erste Hausbesuch von den Mitarbeitern des Jugendamtes an. Mittlerweile hatten wir uns auch intensiv und ausgiebig Gedanken darüber gemacht für welche Pflegekinder wir gute Eltern sein könnten. 
Mit welchen Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderungen wir z.B. gut zurecht kommen würden 
oder was uns vielleicht doch überfordern würde.

Es fehlte also nicht mehr viel, bis wir offiziell als Pflegeeltern anerkannt werden sollten.

Na gut, nun gingen wir also nach vielen Monaten der Vorbereitung zum ersten Mal gemeinsam mit
„unseren“ Mitarbeitern vom PKD durch unsere Wohnung.
(Und ja, ich habe vorher geputzt wie ein Teufel*zwinker*)
Im Wohnzimmer warteten bereits Kaffee und Kuchen auf uns und ich überlegte noch kurz, 
worüber wir heute wohl reden würden.
Als wir dann im (noch leeren) Kinderzimmer des vielleicht zukünftigen Kindes ankamen, 
geschah etwas, womit ich in diesem Moment überhaupt nicht gerechnet hätte.
Die Mitarbeiterin des Pflegekinderdienstes meinte plötzlich, dass sie uns gerne etwas von einem
achtjährigen Mädchen erzählen würde.
Mir wurde gleich ganz flau im Magen. Ist das DER Moment, über den ich schon so lange nachdachte??? 
Ist es tatsächlich soweit? Ein Mädchen??

Wir setzten uns ins Wohnzimmer (ich, ganz kribbelig vor Aufregung) und erfuhren ausführlich, 
was für einen Weg jenes Mädchen bereits hinter sich gelegt hatte und 
warum so dringend Pflegeeltern für sie gesucht wurden.
Sie hatte schon mehrere Stationen hinter sich. Heimaufenthalte und leider auch schon einen 
Beziehungsabbruch bei einer anderen Pflegefamilie. Als wir von ihr und ihrer Lebensgeschichte erfuhren,
lebte sie bereits seit knapp einem Jahr im Kinderheim.
Es wurde bei dem Gespräch kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie ein Kind ist,
das einen sehr hohen Bedarf an Aufmerksamkeit, Zuwendung und vor allem Erziehung hat.
Es würde also nicht unbedingt „einfach“ werden, wenn es um die Integration in unsere Familie geht.
Geordnete Verhältnisse waren ihr fremd, das Einhlten von Regeln und Vereinbarungen auch...

Aber trotzdem waren wir uns sich, wir wollten sie kennenlernen!

Teil 7: → *klick*